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DEUTSCHLANDSPOT II.

?Du bist Deutschladn!? ? Wie kannst du nur so bescheiden bleiben. Schlie?lich sind wir ja auch Papst und das schon seit ?ber einem halben Jahr. Und au?erdem gab es da ja auch mal ein Wunder f?r Deutschland, das aber zwei Sch?nheitsfehler hat. Zum einen liegt es schon ?ber f?nfzig Jahre zur?ck. Und zum anderen ereignete sich dieses Wunder f?r die deutsche Fu?ballnationalmannschaft nicht auf deutschem Boden, sondern in Bern. Also gibt es, was das Wunder betrifft, eine Leerstelle, die endlich wieder und zwar auf deutschem Boden erfolgreich besetzt werden muss. Und darum muss es ohne veraltete Bescheidenheit hei?en: ?Du bist das Wunder von Deutschland!? Vorbei sind die Zeiten, in denen man leicht ironisch ?ber die M?he, di man sich in einer Angelegenheit machte und die Zeit, die sie kostete, den Spruch sagen konnte: ?Probleme werden sofort gel?st, Wunder dauern l?nger.?
Damit ist endlich Schluss, denn es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Deutschlandbahn. Gab es da nicht mal eine Campagne des ADAC, die lautete: ?Freie Fahrt f?r freie B?rger?? Wer bezahlt da eigentlich alles mit bei diesem Spot, der einen jeden von uns auf die ?berholspur bringen soll? Und ein Kindersprechchor empfiehlt, nicht auf die Bremse zu treten. Wie kommen die denn auf die Idee, dass wir die Bremsen in Deutschland ?berhaupt noch n?tig haben? Schlie?lich k?nnen wir fest auf p?pstlichen und damit selbstverst?ndlich auch g?ttlichen Beistand z?hlen. Und wenn es der Schutzengel nicht schafft, weil wir unser Gl?ck ?berbeansprucht haben, ist da, wie wir ja alle noch aus einer anderen Werbecampagne wissen, noch die Versicherung. Diese wesentlichen Dinge, die unser Gl?ck betreffen, vergessen wir selbstverst?ndlich oder gef?lligst nicht. An andere Dinge, nach denen man erst einmal fragen m?sste, erinnerrn wir uns nicht. Zwar hei?t es im Spot nur: ?Frag? nicht, was ein anderer f?r dich tut.? Aber wer au?er Stande ist, sich mit seinen Angelegenheiten auseinanderzusetzen und auf seine Mitmenschen zuzugehen, wird sich mit gro?er Wahrscheinlichkeit erst recht nicht damit befassen, wo bei seinem Mitmenschen der Schuh dr?ckt. Und wer nicht fragt, vermeidet ganz einfach auch Antworten. F?r beides haben wir auf der ?berholspur ohnehin keine Zeit mehr. Nat?rlich muss im Spot die Hilfe Erw?hnung finden, die man denjenigen gew?hrt, die noch nicht auf der Deutschlandbahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und Bremse funktionieren. Da du ihm nichts gibst, was er begreifen kann, um ?ber sich hinauszuwachsen, tritt wieder einmal nur der h?ufig zu treffende Satz in Kraft: ?Das Gegenteil von gut getan ist gut gemeint.? Doch auch das st?rt nicht. Im Zweifelsfall versetzt du ihm einen kr?ftigen Tritt, dass er weit auf die Deutschlandbahn hinaus fliegt. Dann ?berrollst du ihn einfach mit unbegrenzter Geschwindigkeit. Oder ein anderes Wunder Deutschlands rast ungebremst ?ber ihn hinweg. Mit gewissen Verlusten ist zu rechnen. Das wissen wir alle nicht erst seit dieser Campagne. In dem Buch die Entdeckung der Langsamkeit hei?t es: ?Der ?berblick ist ein schlechter Blick, denn er ?bersieht so viel.? Aber was soll das denn hei?en, ein schlechter Bblick? ? Dass so viel ?bersehen wird, ist doch nur gut so. Denn wir haben ihn gef?lligst den unbegrenzten ?berblick ?ber die Deutschlandbahn. Und das wir dabei ungebremsst, besser gesagt, ungehindert so viel ?bersehen, n?mlich diejenigen, die auf der Strecke geblieben sind, ist doch nur n?tzlich. Sonst m?ssten wir am Ende doch noch wieder mit dem Fragen beginnen, mit dem fragen n?mlich nach unseren Mitmenschen. - Wie hilft man seinem Land besser als durch das ?bersehen?

Im Hintergrund wird die Titelmelodie zum Film Forest Gump gespielt. Die klingt nicht nach unbegrenzter Geschwindigkeit und selbstverst?ndlichen vollmundig verk?ndeten Wundern. Das Erfolgsrezept dieses Mannes ist schon gut f?r die Zwecke der Campagne. Doch die Campagne ?berbietet dieses Original ganz selbstverst?ndlich noch. Denn dieser Trottel mit dem geringen IQ lief nur, angefeuert durch den Ruf seiner Freundin: ?Lauf, Forest, lauf!? Und dar?ber hinaus vermied er die Nutzung des High Ways, so dumm m?chten wir doch gef?lligst nicht sein. Nichtt kleckern sondern klotzen ist die Devise. ?Feure dich selbst an!? Wozu solltest du denn daf?r einen Freund oder eine Freundin brauchen? Forest kam zwar bei sich selbst und in einem sinnvollen Leben an. Aber in unserer selbstvergessenen und unbegrenzten Hast ist das Ankommen in jeder Hinsicht doch wohl selbstverst?ndlich ?berholt, oder?

Was ist nur aus den Wundern geworden, die ob sie nun klein oder gro? waren, Menschen ganz unverhofft durch g?ttliche Kraft oder menschliche Zuwendung geschenkt wurden, die kein Aufhebens um sich machten, und trotzdem von vielen Menschen nicht vergessen wurden?

Sehr geehrte Prominenz, da wir ja Papst sind und das schon ?ber ein halbes Jahr lang, m?ssten wir es doch eigentlich wissen, dass sich Jesus in jener Zeit, als er auf dem H?hepunkt seines ?ffentlichen Wirkens stand, immer noch die M?he machte und die Zeit nahm, den Blinden zu fragen: ?Was kann ich f?r dich tun, Bruder?? Ebenso nahm er sich die Zeit, von den Freunden des Lahmen gebeten zu werden, dass er den Mann, der ihnen lieb und wert war, doch heilen m?ge.
Zweiter Spott zu der positivistischen Campagne: "Du bist Deutschland!"
22.10.05 16:45


"DU BIST DEUTSCHLAND!" - Spot I.

Du bist!
?Du bist Deutschland!? So hei?t die Campagne, die meine Ohren zum Xtenmal entgegen nehmen m?ssen, obwohl ich doch eigentlich nur auf die Abendnachrichten warte. Und im Hintergrund zu diesem und ?hnlichen Spr?chen wird die Musik des Oskarpremierten Films Forest Gump eingespielt. Die Titelmelodie zu dem Streifen, der uns in ?berl?nge das Leben eben jenes Forest Gump zeigt, der zwar einen geringen IQ hat, der aber angestachelt durch den Ruf: "L?uf, Forest, lauf?, sozusagen einen unveergleichlichen Homerun durch die Details der j?ngeren amerikanischen Geschichte absolvierte und sich dabei seine Identit?t, sein Selbstbewusstsein erlief. So einfach hat das gef?lligst mit der Identit?t, dem Selbstbewusstsein und der Wirkm?chtigkeit im Leben zu funktionieren. Jedenfalls m?ssen wohl die Macher dieser Caampagne, dieser Spots diese Auffassung vom Leben haben, sonst w?rden sie wohl kaum mit der Titelmelodie auf die Bekanntheit des Films anspielen. Doch jene vollmundigen Spr?che und die Musik lassen mich doch einigerma?en kalt, geradezu unbewegt. Um meinen Seelenfrieden ist es aber geschehen, wenn jener Spot an der Reihe ist, in dem der arme Schmetterling erw?hnt wird, den wir alle kennen, seit die Chaostheorie erfunden wurde, der Schmetterling n?mlich, der durch seinen Fl?gelschlag einen Gewittersturm ausl?sen kann. Ob Tagpfauenauge, kleiner Fuchs oder Zitronenfalter, wenn so ein pussierliches Kerlchen zur rechten Zeit mit seinem Fl?gel schl?gt, reinigt das Gewitter, das er verursacht, die Luft und tr?nkt die Pflanzen. Dann tr?gt das Tierchen zu bl?henden Landschaften bei. Und eben solche bl?henden Landschaften sind uns doch schon vor Jahren versprochen worden, genauer gesagt, vor zwei Jahrzehnten. Haben sich also alle Schmetterlinge der Republik gegen uns Menschen verschworen und zur Unzeit ihre zarten Fl?gelchen bewegt? Oder habeen sie sich nicht in ausreichendem Ma?e bewegt, dass wir jetzt in verbl?henden Landschaften leben m?ssen? Vielleicht sind in unserem Vaterland inzwischen zu wenige Schmetterlinge am Werk, da es eben nur noch wenige ihrer Art gibt, als dass sie unsere gesamtdeutsche Heimat mit bl?henden Landschaften ?berziehen k?nnten. Wie es auch um die Schmetterlingsfrage steht, uns Tierfreunde bleibt im Zweifelsfall nur der trost, dass die armen Tagpfauenaugen und ihre Veerwandten in Ermangelung eines Gro?hirns gar nicht um ihre Verantwortung wissen k?nnen. M?ssten die Tiere nicht unter der Last ihrer Verantwortung handlungsunf?hig werden, womit sie den Fortbestand ihrer Arten nur noch weiter gef?hrden w?rden? Wenn nun aber die Wirkm?chtigkeit eines Falters schon so gro? ist, um wiee vil gr??er und weitreichender muss dann die Wirkungskraft eines jeden Menschen in dieser Republik sein? Das ist genau die Frage, di wir uns stellen sollen. Und an diesem Punkt meldet sich bei mir das schlechte Gewissen. Bin ich etwa durch den Wirbel, den ich bei meinem Kampf um verbesserte M?glichkeiten zur Existenzgr?ndung in verschiedenen deutschen Amtsstuben gef?hrt habe, bei dem sogar einmal Tr?nen der Verzweiflung geflossen sind, f?r die Wassermassen verantwortlich, die zeitgleich Teile Bayerns ?berfluteten? Dass sich gerade ein anderer Mitb?rger den Schuh: ?Du bist Deutschland!? angezogen hatte, ist m?glich, kann aber nicht bewiesen werden. Es w?re ebenfalls denkbar, dass sich die Geltung dieser wirkungsgesetzee leiglich auf die Nautr beschr?nken, da es Menschen gibt, die daf?r sorgen, dass sie in Beh?rden, Banken und Fabriken nicht angewendet weerden. Auch das kann nicht bewiesen werden. Aber zumindest k?nnte das erkl?ren, warum wir schon seit Jahren in weiten Teilen unserer Gesellschaft so eine merkw?rdige Bewegung versp?ren, die zu nichts f?hrt. Wenn es so ist, muss man davon ausgehen, dass jene Rufe: ?lauf, Sch?ler, lauf?, ?lauf, Arbeiter, lauf?, ?lauf, B?rger, lauf!? keineswegs ungeh?rt blieb und tats?hclich ein Lauf begonnen hat und zwar ein Lauf gegen Aktenschr?nke, B?rot?ren, die den Leuten im vollen Lauf vor der Nase zugeschlagen werden, gegen Fabrikmauern und nicht zuletzt gegen Bankschalter mit verschlossenen Panzerglasscheiben. Wenn es aber an dem ist, sehr geehrte Prominenz, sind die Spots eurer Campagne bezogen auf viele Menschen in diesem Land so h?hnisch wie jener Spruch, mit dem wir in der Jugend diejenigen verh?hnt haben, die wir f?r bl?d hielten, auf den wir heute auf keinen Fall stolz sind: ?Der ist sch?n, stark und mutig! Sch?n gegen die Pump gesaust, also gegen die Aktenschr?nke und schlimmeres, stark abgeprallt, also vollkommen auf sich selbst zur?ckgeworfen und mutig wieder dagegen gerannt, weil man nicht aufgeben darf.?


Aus der Glossenserie um die Campagne, Du bist Deutschland! ?ber Schmetterlinge und ihre Bedeutung f?r Deutschland!
20.10.05 19:33


ZEYLSUMMER CHRONIK - Kapitel 1

LANGM?HNES PLAN
Lesel?we Langm?hne war froh als ihm in jener Neumondnacht die rettende Idee kam, um allen Tieren, die schreib- und lesef?hig waren, das ?berleben zu sichern. Von je her hegten die Menschen ein starkes Mi?trauen gegen alle Tiere, die ihrer Meinung nach diese Kulturtechniken gestohlen hatten, aber durch diese F?higkeiten zu einem soliden Grundwissen gekommen waren. Inzwischen hatten sich das Lesen und das Schreiben unter den Menschen sehr verbreitet und war f?r viele selbstverst?ndlich geworden. Das f?hrte dazu, dass sie sich kaum noch um die Schrift bem?hten. Doch diese Gleichg?ltigkeit hatte nicht dazu gef?hrt, das Misstrauen gegen Lesel?wen und andere schrriftkundige Tiere abzubauen. Genau das gegenteil war der Fall. Viele Tiere wie die flei?igen Textbiber h?tten unter Naturschutz stehen m?ssen. Denn die Menschen beschr?nkten sich keineswegs darauf, diese Arten selbst zu verfolgen. Es war ihnen inzwischen l?ngst gelungen andere Tiere aufzuhetzen. Langm?hne war zu Ohren gekommen, dass es eine Insel in der Nordsee gab, die vollkommen unbewohnt war, und auf der eine verlassene Bibliothek, noch gr??er als die legend?re B?cherei von Alexandria stand. Langm?hne wusste nicht, wie lange er unentschlossen durch seine eigene Bibliothek gepirscht war, bis er blitzartig diesen Einfall gehabt hatte. Er stellte sich vor sein Schreibpult und entwarf ein Flugblatt an alle Lese- und schreibtiere, dass sie aufforderte sich in der n?chsten Vollmondnacht mit allen Schriften, die sie bisher erfolgreich vor der Zerst?rung gesch?tzt hatten, mit je f?nf Vertretern ihrer Art in der verlassenen Bibliothek einzufinden, um der Leseinsel einen w?rdigen Namen und all ihren Bewohnern eine gerechte verfassung zu geben. Auf die R?ckseite des Flugblatts zeichnete er Wegbeschreibungen aus allen vier Himmelsrichtungen. Als er fertig war, nahm er jene Metallpfeife, die ihm sein Freund, der Lesedrahce Luf?r aus Island gegeben hatte und ging zum Eingang seiner L?wenh?hle. Er pfiff dreimal langgezogen, legte dann eine Pause von zwanzig Minuten ein, bevor er noch einmal drei Lange Pfiffe ausstie?. Danach ging er wieder in sein Arbeitszimmer un nahm das Flugblatt und eine Landkarte, die eine Aufstellung der Geebiete aufzeigte, in denen es noch lese- und schreibtiere gab und ging damit zum Fluss. Er klopfte sechsmal an einen bestimmten baum und wartete.
Er brauchte nicht viel Feduld, denn sehr bald tauchte ein Biber aus dem Wasser auf und kam direkt auf ihn zugeschwommen.
"Entschuldige, Roman! Aber wie schnell kansst du mir die Vorder- Und R?ckseite dieses Flugblattes zweihundertmal kopieren?"
Roman nahm das Schriftsr?ck in Augenschein und sagte schlie?lich: "Da wir auch einige Wortkatzen zur Hilfe haben, wird es nicht l?nger als eine Dreiviertelstunde dauern."
"lies dir das aber vorher mal durch und sag mir, was du davon h?ltst."
Nachdem der alte Textbiber sorgf?ltig gelesen hatte, erkl?rte er:
"Von dieser Insel habe ich auch schon geh?rt, aber das die Bibliothek so gro? ist, ist mir neu. ? Um so besser, Wir textbiber werden uns sehr n?tzlich machen k?nnen. Das freut mich sehr. Wir werden sofort unsere eigene Bibliothek verpacken und zu der Insel transportieren, damit wir mit dem eigenen Umzug fertig sind, wenn die anderen Tiere kommen und mit ihrer Habe auf die Insel gebracht werden m?ssen. Es w?re aber gut, jemanden zu haben, der einige Tiere und B?cherkisten auf dem Luftweg transportieren k?nnte."
"Ich habe Luf?r schon verst?ndigt. Er wird euch sicher beim Transport helfen, aber vorher muss er die Flugbl?tter verteilen."
"Dann ist ja alles geregelt."
Roman verschwand mit dem Flugblatt in seiner Burg. Und als Langm?hne zu seiner H?hle zur?ckging, h?rte er das emsige Treiben, das vom Fluss her mehr als deutlich zu h?ren war.

Kaum hatte sich Langm?hne vor seiner H?hle auf den Boden gesetzt, als auch schon ein Rauschen zu vernehmen war. Es kam sehr schnell n?her und wurde von einem raschen Schnaufen begleitet, kurze Zeit sp?ter landete Luf?r direkt vor seinem Freund. F?r ein derart gro?es und altert?mliches Tier schaffte der Lesedrache einen sehr eleganten und ?beraus sanften Anflug.
"Ich danke dir, dass du so schnell gekommen bist." Sagte Langm?hne.
"Keine Ursache!" schnaufte Luf?r, immer noch au?er Atem durch die hohe Geschwindigkeit, die er hatte aufbringen m?ssen. Dabei musste er sehr oft und sehr viel Rauch aussto?en.
"Ich bef?rchte, wir beiden werden langsam zu alt f?r so wichtige und dringende Aufgaben. Aber vielleicht ist das unsere letzte, gro?e, Mission."
Er hielt Luf?r das Flugblatt und dann die Karte, auf der die Verbreitung der Lese- und schreibtiere verzeichnet war hin.
"Ich soll also so schnell als m?glich die Flugbl?tter verrteilen."
"Erst mal kannst du dich noch ein bisschen ausschnaufen, denn Roman und seine Leute kopieren zweihundert Exenokare."

Als kurze Zeit sp?ter zwei junge Biber die Flugbl?tter gebracht hatten, setzte sich Luf?r, der so weit bekannt war, der letzte Lesedrache der Welt war und ?ber keine eigene Bibliothek verf?gte, in Bewegung, um die klugen Schreibf?chse, die ?brigen flei?igen Textbiber, die ?beraus ordentlichen Wortkatzen und die Leseratten zu informieren. Langm?hne verst?ndigte rasch seine Artgenossen und machte sich danach daran, seine umfangreiche Bibliothek zusammenzupacken. H?ufig schickte er ein Sto?gebet zum Himmel, dass die Aktion gelingen m?ge. Umsichtige Hilfe wurde ihm bei all seinen Vorbereitungen durch Seidenfell zuteil. Seidenfell und Langm?hne kannten sich bereits seit ihren fr?hesten Kindertagen, und Seidenfell war nicht nur eine Leseel?win von gro?er Weisheit. Sie war auch eine Heilerin. Wer von einer ihrer Pfoten ber?hrt wurde odeeer ?ber ihr Fell strich, dem flo? Lebenskraft zu und konnte ihn vielen F?llen auch von schweren Krankheiten geheilt werden. In ihrer Jugend war die L?win, da ihre Heilkr?fte bekannt waren, in gefangenschaft geraten. Die drei M?nner, die sich ihre Heilkraft zunutze machen wollten, hatten sich zerstritten und wollten diee heilm?chtigen K?rperteile der jungen L?win unter sich aufteilen. Eine Pfote hatten sie bereits abgehackt, als die L?win von ihrren Arrtgenossen befreit worden war. Es gelang den M?nnern sich vor den L?wen zu retten. Einer von ihnen behielt sogar die Pfote. Aber als sie sich wieder zusammen taten und mit der Wunderpfote umherzuziehen begannen, mussten sie feststellen, dass die Tatze ihre Heilkraft verloren hatte, und sie vom Tag dieser Sch?ndung an, vom Pech verfolgt wurden. Zwei von ihnen starben durch einen schweren Unfall, und der dritte schaffte es zwar, immer wieder irgendwelche Gesch?fte aufzuziehen, aber er verlor immer wieder alles durch ungl?ckliche Umst?nde.
Es dauerte zwar sehr lange bis Seidenfells Bein heilte, aber sie erholte sich schlie?lich und schien noch mehr Kr?fte zu haben als zuvor. Und hatttte sie bis zu ihrer Entf?hrung nur ihre angeborrenen Heilf?higkeiten genutzt, begann sie nach ihrer Gesundung alle Heilkundeb?cher zu studieren, die sie in ihre Vordertatzen bekam.

LINKTEXT
8.10.05 22:49


GEDANKENSPRÜNGE ZUM THEMA SCHREIBEN

"Schreib' dir das endlich hinter die Ohren."
"Nein, warum sollte ich das tun? Da ich leider nicht zu den wenigen Leuten geh?re, die mit den Ohren wackeln k?nnen, kann ich das, was ich schreiben soll, selbst gar nicht lesen. Und ich lese doch so gern. Au?erdem ist da ?berhaupt nicht genug Platz f?r all das Zeug, was ich mir in den fast 40 Jahren h?tte hinter die Ohren schreiben sollen. Und ganz besonders stark ist meine Ablehnung dagegen, mir etwas hinter die Ohren zu schreiben, da ich den Gedanken verabscheuungsw?rdig finde, dass all diejenigen unangenehmen Zeitgenossen, die mir st?ndig mit irgendwelchen Kleinigkeiten und Wichtigtuereien in den Ohren liegen, und die ohnehin schon zu wissen glauben, was ich so falsch mache und mir deshalb hinter die Ohren zu schreiben habe, auch diejenigen sind, die nicht den stier bei den H?rnern, sondern mich bei den Ohren packen, um zu lesen, was ich mir hinter die Ohren schreiben musste."

Wer schreibbt, der bleibbt. das ist fast der einzige Reim, den ich ertrage. Aber ich habe mir da einen seiner Br?der auf die Fahnen geschrieben, f?r die Schreibarbeit, die ich mir in meiner Schreibwerksstatt Textschmiede f?r die Leute machen will, die den Autobiografieservice nutzen m?chten.
Was ihr beschreibt, das bleibt.
Ansonsten halte ich es nicht mit den Reimen und bin ungereimt, so wie ich undicht bin, kein Versma? habe. Mein Bem?hen ist schon eine dichte Prosa. Doch gedichtet oder sogar abgedichtet oder umgedichtet ist da nichts.

Ich mag Worte, die ganz deutlich saggen, das das Schreiben ein Handwerk ist, Schreibhandwerk, Textschmiede, Schreibwerkstatt. Ich liebe diese Bezeichnungen so sehr, weil sie genau meinen Eindruck widergeben, dass der Weg zwischen Kopf, Herz und ausf?hrender Hand beim Schreiben ?berhaupt nicht weit ist.



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8.10.05 20:17


ERFOLG

"Worin besteht Ihrr Erfolg?"
"Mein Erfolg besteht zu gleichen Teilen aus Geduld und Eigensinn?"
Das war eben in einer Diskusion.
"Worin, Frau Quenel, besteht Ihr Misserfolg?"
Da m?sste ich lange nachdenken, aber die ehrliche Antwort m?sste wohl lauten:
"In zu viel Geduld und zu wenig Eigensinn."
"Warum in zu wenig Eigensinne?"
"Ich habe mir gedacht, dass Sie nicht nach dem Zuviel an geduld fragen. Ich kenne die Forderung danach, eine gute, sinnvolle und vollkommen neue Idee haben zu sollen, die aber gleichzeitig auch ganz herk?mmlich und angepasst sein soll. Daran habe ich mich gew?hnt. Aber da ist dann kein Platz mehr f?r Eigensinn. Denn Eigensinnbringt Ideen hervor, die ganz eigen sind, also neu und besonders und sinnvoll. Da ist dann f?r die Anpassung im strengen Sinne kein Platz mehr."
Eigensinn und Eigenwilligkeit bringen nicht nur Erfolg. Sie machen auch z?h. Man merkt es an den Katzen. Die haben neun Leeben und sind eeigenwillige Gesch?pfe. Viele Menschen, die ein hohes Alter erreicht haben, waren sehr eigensinnige und kreative Personen, die viel Geduld hatten.
7.10.05 00:01


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